Einarbeitung und Seminare

Pädagogische Begleitung

Einarbeitung, Seminare und Begleitung der Freiwilligen im Bundesfreiwilligendienst

Video mission (im)possible

Seminare im BFD sind anders! Anders als Schule. Und sehr wahrscheinlich auch anders als andere Seminare, an denen Sie vielleicht schon teilgenommen haben. Bevor es dann mit eher formalen Informationen weitergeht, hier erst einmal ein Video aus dem Seminaralltag für unsere jüngeren Freiwilligen. Sehr beliebt bei den Freiwilligen ist es, aber auch durchaus herausfordernd, bestimmte Dinge wie körperliche Beeinträchtigungen quasi am eigenen Leib zu erleben. Die Teamerin Anna Sowo Koenning hat die Simulation körperlicher Einschränkungen zusammen mit Seminarteilnehmer*innen in einem kleinen Film dokumentiert. Klicken Sie doch einfach mal auf die Überschrift und schauen Sie sich den Film an. Ich bin mir sicher, es lohnt sich!

Einarbeitung durch die Einsatzstelle

Für die Einarbeitung der Freiwilligen am Arbeitsplatz, die in der Regel nicht in Form von Lehrgängen oder Seminaren stattfindet, ist selbstverständlich die Einsatzstelle selbst verantwortlich. Wer auch sonst? Jede/r Freiwillige – sofern sie/er nicht vielleicht bereits z. B. aufgrund einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung alle erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt – muss von seiner Einsatzstelle natürlich erst einmal eingearbeitet werden. Wie umfassend diese Einarbeitung erfolgt, hängt natürlich ganz wesentlich von den Aufgaben und Tätigkeiten ab, die anfallen werden.

Die grundlegenden Teile der Einarbeitung sollen natürlich in den ersten Wochen stattfinden. Was jedoch nicht heißt, dass man danach nichts mehr lernen kann und soll. Auch das ist durchaus ein Prozess, der sich über die gesamte Zeit im Freiwilligendienst ziehen kann und es im optimalen Fall auch tut.

Bei Problemen mit der Einarbeitung, die Sie mit der Einsatzstelle nicht klären können, können sich unsere Freiwilligen natürlich auch uns als den für sie zuständigen BFD-Träger wenden.

Anleitung und Betreuung durch die Einsatzstelle während des BFD
Einarbeitung und Anleitung und Betreuung während des BFD sind natürlich in einem engen Zusammenhang zu sehen. Während jedoch die Einarbeitung primär zu Anfang des BFD stattfindet, sind Anleitung und Betreuung natürlich durchgängig zu sehen.
Für jede Einsatzstelle muss mindestens ein/e Anleiter*in benannt sein, die den Freiwilligen mit Rat und Tat zur Verfügung steht. Und das nicht nur sporadisch. Anleiter*innen müssen in der Einsatzstelle selbst beschäftigtes Fachpersonal sein. In größeren und großen Einsatzstellen können das für unterschiedliche Arbeitsbereiche natürlich auch verschiedene Personen sein. Auch ist es erforderlich, dass diese Personen nicht nur sporadisch, sondern regelmäßig für die Freiwilligen da sind. Bei Abwesenheit der Anleiter*innen muss, das ist eine zwingende Vorgabe des Bundesamts, eine andere in der Einsatzstelle beschäftigte Person diese Aufgaben übernehmen.
Wünschenswert ist es, wenn Freiwillige z. B. auch bei Dienstbesprechungen etc. dabei sind. Schließlich sind die Freiwilligen in die Einsatzstelle und in die Arbeitsabläufe integriert und müssen daher schon wissen, was läuft. Leger formuliert.

Anleitung und Begleitung lassen sich natürlich nicht normieren. Wie das in der Praxis abläuft, ist natürlich stark davon abhängig, um was für eine Einsatzstelle es sich handelt und wie dort der Einsatz von Freiwilligen geregelt ist. Insofern lässt sich nicht pauschal sagen, wie Anleitung und Begleitung zu erfolgen haben. Wenn Freiwillige den Eindruck haben, dass sie von ihrer Einsatzstelle "im Regen stehen gelassen werden" empfehle ich dringend, mit uns Kontakt aufzunehmen. Am besten einfach anrufen.

Seminare gemäß § 4 Abs. 3 Bundesfreiwilligendienstgesetz

Vor den noch folgenden eher formalen Hinweisen zu den Seminaren erst noch ein wenig was aus der Praxis.
Am Ende jedes Seminars werden die Teilnehmer/innen gebeten, einen selbstverständlich anonymen Fragebogen für die Seminarauswertung auszufüllen. Natürlich kann man es niemals allen recht machen. Einige haben immer was zu meckern. Mal vielleicht berechtigt, mal vielleicht auch nicht. So unterschiedlich unsere Freiwilligen sind, so unterschiedlich sind natürlich auch deren Sichtweisen. Nachstehend einige Zitate aus  den Abschlussanmerkungen der unterschiedlichen Seminare.
Basisseminar für Freiwillige bis 27 Jahre:
- Vielen Dank an die Seminarleiter und an alle, die so wundervoll zu der Gruppe beigetragen haben. (17 Jahre)
- Ihr seid einfach super!(23 Jahre)
- War cool :-). (Keine Altersangabe)
Aufbauseminar für Freiwillige bis 27 Jahre:
- Vielen Dank für das tolle Seminar. Bin zufrieden mit dem Paritätischen. (18 Jahre)
- Es hat Spaß gemacht und ich freue mich aufs nächste Mal. (18 Jahre)
Vertiefungsseminar für Freiwillige bis 27 Jahre:
- Bin gespannt, wie das nächste Seminar wird. (25 Jahre)
- Ich kann mich immer schon im voraus auf die Seminare freuen. (20 Jahre)
Abschlusseminar für Freiwillige bis 27 Jahre:
- Ich habe mir die Seminare nicht so schön vorgestellt und bin froh, diese gemacht zu haben und viele nette Leute kennengelernt zu haben. (18 Jahre)
- Die Seminare waren in meinem BFD das absolut Schönste. Ihr Teamer wart der Hammer. Ich wünsche euch alles gute für die Zukunft und vielleicht sieht man sich irgendwann wieder. (20 Jahre).
Seminare für ältere Freiwillige ab 27 Jahren:
- Die DRK-Landesschule ist für ihre Gäste von morgens bis abends da. Hochachtung. Hier stimmt einfach alles. Das Seminar, das Essen, die Unterbringung und der Service. Danke! (51 Jahre)
- Danke, dass es die Möglichkeit dieser Seminare gibt. (49 Jahre)
- Ich bin positiv überrascht, wie vielseitig so ein Seminar sein kann. (48 Jahre).

Soweit in kleiner Auszug dessen, wie Teilnehmer/innen "ihre Seminare" bewertet haben.

Nun zu den eher formalen Aspekten. Neben der Einarbeitung am Arbeitsplatz durch die Einsatzstelle schreibt der Gesetzgeber wie im Freiwilligen Sozialen Jahr auch im Bundesfreiwilligendienst vor, dass die Freiwilligen an Seminaren teilnehmen. Bei der Regelzeit von 12 Monaten Freiwilligendienst sind insgesamt 25 Seminartage vorgeschrieben, für die eine Teilnahmeverpflichtung besteht. Bei einem kürzeren Dienst verringert sich die Anzahl der Seminartage für jeden Monat um zwei Tage. Bei einer längeren Dienstzeit als 12 Monate erhöht sich die Zahl der Seminartage für jeden weiteren Monat um einen Tag. 

Freiwillige, die zum Beginn des BFD das 27. Lebensjahr bereits vollendet haben, nehmen im "angemessenen Umfang" an Seminaren teil. Das Bundesfamilienministerium hat dies so definiert, dass bei 12 Monaten BFD 12 Seminartage zu leisten sind. Also ein Tag pro Dienstmonat.

Für Freiwillige bis 27 Jahre und für Freiwillige über 27 Jahre haben wir unterschiedliche Seminarangebote. Einerseits aufgrund der unterschiedlichen Vorgaben hinsichtlich der Anzahl der erforderlichen Seminartage. Andererseits aber auch aus inhaltlichen Gründen.

Die vorstehend genannte Anzahl der Seminartage sind Mindestvorgaben. In der Praxis können es auch mehr Seminartage sein. Darüber entscheiden wir im Einzelfall.
In der Regel bemühen wir uns jedoch, die gesetzliche Mindestanzahl genau zu erreichen. Was bei Dienstzeiten von weniger als 12 Monaten zur Folge hat, dass es in diesen Fällen nicht möglich ist, an allen Seminartagen eines Seminarblocks vollständig teilzunehmen. Das teilen wir den hiervon Betroffenen als auch den Einsatzstellen in der Regel bereits vor Beginn des BFD entsprechend mit.

Soweit das eher Formale. Inhaltlich betrachtet sind die Seminare eine echte Chance ganz und gar kostenlos und in der Regel mit Spaß dabei Dinge zu lernen, für die man ansonsten viel Geld bezahlen müsste, wenn man vergleichbare Seminare privat besuchen wollen würde. Sie sind eine sinnvolle und gute Ergänzung zur der praktischen Arbeit in der Einsatzstelle. Schließlich sollen Sie möglichst den größtmöglichen Nutzen aus „ihrem Freiwilligendienst“ ziehen. In den Seminaren geht es einerseits um inhaltliches zur sozialen Arbeit, aber andererseits auch um soziale Kompetenzen, um Konfliktmanagement, Körpersprache, um das persönliche Aufgaben- und/oder Rollenverständnis um nur einige der möglichen Themen aufzuzählen.

Der Seminarumfang beträgt bei 12 Monaten BFD 25  Tage für Freiwillige bis 27 Jahre. Von uns als BFD-Träger sind derzeit von den 25 Tagen 20 Tage inhaltlich zu gestalten und durchzuführen. In einem Basis-, Aufbau-, einem Vertiefungs- und einem Abschlussseminar (Jeweils fünf Tage.) lernen die Teilnehmer/innen in einer festen Stammgruppe. Diese Seminare bilden die Klammer für das gesamte Programm. In den Abendstunden wird eine individuelle Beratung angeboten. In allen Seminaren wird besonderer Wert auf den Transfer des Gelernten in die Praxis gelegt.

Basis- und Aufbau- und Vertiefungsseminare vermitteln den Teilnehmer/innen zusätzliches Rüstzeug, damit sie qualifiziert als Assistent/in in der Einrichtung tätig werden können. 

In Abschlussseminar lassen Sie die Zeit im BFD noch einmal gemeinsam Revue passieren (Reflexion: Am Anfang stand … Was ist heute …) und widmen sich zum Abschluss Themen wie Transfer des Erlernten und Erlebten und Chancen für die Zukunft.

Aber auch Spaß haben in der Gruppe, gemeinsam feiern und vieles Inhaltliches mehr, was man nicht nur im Rahmen des Freiwilligendienstes gut gebrauchen kann, findet in allen Seminaren reichlich statt.

 Unabhängig von den von uns zu gestaltenden Bildungstagen sind in den Bildungstagen bei Freiwiloligen bis 27 Jahre immer 5  Tage „Politische Bildung“ an einem Bildungszentrum des Bundesamts enthalten. Was viel interessanter sein dürfte als es sich anhört. Auch wenn wir auf die Inhalte dessen keinen direkten Einfluss haben. Dieses Seminar wird nicht von uns, sondern vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Bundesamt) durchgeführt Das heißt, unsere Seminare eines Blocks sind inhaltlich aufeinander abgestimmt, so dass es nicht zu inhaltlichen Überschneidungen kommt und die Teilnehmer/innen den größtmöglichen Nutzen haben können.
Für Freiwillige ab 27. Jahren ist die politische Bildung nicht verpflichtend. Sie können auf ausdrücklichen Wunsch, müssen aber nicht daran teilnehmen.

Aus verschiedenen inhaltlichen aber auch aus logistischen Gründen sind die Seminare für die Freiwilligen über 27 Jahre nicht so aufgebaut, dass diese aufeinander aufbauen. Neben bestimmten Basisthemen werden die Inhalte dieser Seminare von den Teilnehmer/innen weitestgehend mitbestimmt. Auch gibt es bei diesen Seminaren keine festen Seminargruppen.

Betreuung durch den BFD-Träger

Natürlich können sich alle Freiwilligen im BFD, die in einer unserer Einsatzstellen den BFD leisten, jederzeit mit Fragen und Problemen an uns wenden. Falls gewünschtnatürlich auch vertraulich.

Zuständig sind wir nicht nur für die Planung, Einladung und tatsächliche Durchführung der vom Gesetzgeber auch für den BFD vorgeschriebenen Seminare und viele andere formalen Dinge. Was fast alles ziemlich aufwendig und wahrlich nicht immer ganz einfach ist.

Darüber hinaus stehen wir natürlich auch den Freiwilligen als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch wenn zunächst im Regelfall immer erst die Einsatzstelle Ansprechpartner ist, so gibt es doch auch manchmal Dinge, die man nicht so gerne mit der Einsatzstelle besprechen möchte. Oder es gibt Probleme z. B. hinsichtlich der Arbeitszeit, Urlaub oder auch dazu, ob und welche Tätigkeiten denn überhaupt zulässig sind. Für all solche Fragen und Probleme stehen wir - ggf. auch vertraulich - den Freiwilligen als Ansprechpartner zur Verfügung.